Gasthaus Chizzo

Das Leben nach dem Krieg war alles andere als angenehm. Statt Gästen waren französische und amerikanische Besatzungssoldaten auf den Straßen des damals schon beliebten Ferienorts unterwegs. So zog man sich gerne in die Lokale der Stadt zurück um unter sich zu sein. Hermann Thurnherr, ein Kitzbüheler Tausendsassa, erbte das Chizzo 1946. Schon bald wurde es zum beliebten Treffpunkt für Einheimische und Gäste –  neben der Tenne und dem Ort. Als guter Skifahrer und Nachbar von Toni Sailer erkannte er bald, wie wichtig Kontakte zu prominenten Aristokraten, Sportlern und Künstlern waren, um sein Geschäft anzukurbeln. Er pflegte diese, war einer der ersten Golfer und gründete den Bowling Club Kitzbühel. Zu Thurnherrs Freunden zählte auch Hetty von Bohlen und Halbach. Noch heute lebt die mittlerweile 85-jährige charmante Dame in Kitzbühel und es sprudelt nur so aus ihr heraus, wenn sie vom Chizzo erzählt. So berichtet sie gerne von alten Zeiten – z.B. als für die Fußball WM 1966 der erste Farbfernseher in die Gamsstadt kam und man sich für fünf Schilling Eintritt bei einem kleinen Bier im Chizzo die ersten TV-Live-Erlebnisse anschauen konnte. Nach der WM wurde das Konzept mit der Serie Bonanza fortgeführt. Als Hermann Thurnherr das geschichtsträchtige Lokal an Christian Schwemberger-Swarovski verkaufte, wurde diese aufwändig neu gestaltet. Über viele Jahre hinweg und unter verschiedenen Pächtern erhofften sich die Chizzo-Fans immer wieder das Flair früherer Zeiten. Mit Dezember 2018 übernahmen Dr. Christian Harisch und Ivan Marzola das Gasthaus.